Litha & Weltyogatag: Sommersonnwende Ritual zur neuen Ausrichtung

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Von hu
Lesezeit: 6 Min

Bereit für den längsten Tag des Jahres? Wir vom Nordsee-Ashram stellen dir das Sommersonnwende Ritual vom letzten Jahr zur Verfügung, damit du dich schon jetzt auf das kommende Litha/ Mittsommerfest und den Internationalen Yogatag am 21. Juni einstellen kannst.

Sommersonnwende und Yoga?

Am 21.Juni ist für Yogis ein doppelter Feiertag: Zum einen begehen wir die Sommersonnwende, den Moment des höchsten Sonnenstands und des Wendepunkts im Jahreslauf. Zum anderen ist heute der Internationale Yogatag/ Weltyogatag, der 2015 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, um weltweit die Kraft des Yoga zu würdigen – als Weg zur Ruhe, zur Selbstfindung und zur Verbindung mit dem Ganzen.

Auch wenn wir hier an der Nordsee diese Tage oft eher ruhig und besinnlich begehen, lädt die Energie dieses Moments dazu ein, beides zusammenzudenken. Denn Sommersonnwende und Yoga sind kein fremdes Paar. Beide laden uns ein, innezuhalten, uns neu auszurichten und die Transformation zu feiern.

Um dich auf das kommende Fest vorzubereiten, stellen wir dir heute das Ritual und den Satsang-Text zur Verfügung, den wir bereits im letzten Jahr zur Sommersonnwende im Nordsee-Ashram durchgeführt haben. Dieser Text war damals der Begleiter für unsere Gemeinschaft am Feuer. Jetzt kannst du ihn nutzen, um dich auf den nächsten Internationalen Yogatag und die kommende Litha einzustimmen – sei es allein, mit deiner Familie oder deiner (Yoga-) Gruppe.

Das Ritual verbindet die schamanische Weisheit des Feuers mit der yogischen Praxis. Es geht darum, ehrlich Bestandsaufnahme zu machen: Was habe ich gesät? Was gedeiht gut? Und was darf gehen, damit Neues wachsen kann?

Der vollständige Text vom letzten Jahr und eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Herunterladen findest hier:

Schattenfigur in Asana am Feuer zur Sommersonnwende.

Sommersonnwende & Feuer-Ritual: Neuausrichtung am längsten Tag des Jahres

Sommersonnwende und Yoga sind kein Gegensatz. Wer sich mit den schamanischen Wurzeln unserer Traditionen beschäftigt, kommt an Shiva nicht vorbei. Er gilt als der erste Yogi, der Asket, der Gott des Tanzes und Hüter des Übergangs zwischen Leben und Tod. Shiva lebte zurückgezogen in der Wildnis, umgeben von Tieren, tief verbunden mit den Kräften der Natur. Er tanzte ekstatisch, trug Asche auf der Haut und symbolisierte genau das, was wir heute feiern: den Übergang, die Verwandlung.

Warum wir heute innehalten

Die Sommersonnwende markiert den längsten Tag des Jahres. Doch schon unsere Vorfahren spürten ohne Teleskope, dass hier ein Wendepunkt liegt. Wenn das Licht tiefer in die Höhlen fällt, merken wir: Etwas verändert sich. Es gibt Tage, an denen die Sonne scheinbar stillsteht. In unseren Breitengraden nannten wir diese Zeit Litha oder Mittsommer.

Dieses Fest kennt die ganze Welt:

  • In Indien feiert man um diese Zeit Makara Sankranti mit rituellen Bädern bei Sonnenaufgang.
  • In Schweden läuft man frühmorgens barfuß durch den Tau und tanzt die ganze Nacht durch.
  • In Mexiko beobachten Tausende an der Pyramide von Chichén Itzá ein einzigartiges Lichtphänomen.
  • Und in Stonehenge versammeln sich jährlich tausende Menschen, um den Sonnenstand zu ehren.

Warum ist das so bedeutsam? Weil es eine Zeit der Bestandsaufnahme ist. Wir schauen auf unser Leben, genau wie unsere Vorfahren auf ihre Felder schauten.

Die innere Ernte: Was wächst, was muss weg?

Früher nutzten Bauern die Sommersonnwende, um zu prüfen: Was habe ich gesät? Was gedeiht gut? Wo habe ich meine Energie verschwendet? Sie schnitten Sträucher zurück, jäteten Unkraut und verbrannten alles, was nicht mehr diente, auf großen Sonnwendfeuern. Die Asche nutzten sie später als Dünger – das ist Transformation im ganz handfesten Sinne.

Genau darum geht es auch in unserem Ritual heute: Etwas loslassen, dem Feuer übergeben, damit es sich wandeln kann.

Feuer hat eine starke Symbolkraft:

  • Es verbrennt, was nicht mehr gebraucht wird.
  • Es schützt, reinigt und klärt.
  • Es macht Platz für das Neue, das Nährende und Lebendige.

Was im Feuer vergeht, ist nicht verloren. Es kehrt verwandelt zurück – als Wärme, als Licht oder als fruchtbare Asche. Die Sommersonnwende lädt uns ein zur ehrlichen Bestandsaufnahme:

Was darf gehen? Was darf wachsen?

  • Was will ich weiter kultivieren und wachsen lassen?
  • Was passt nicht mehr in mein Leben? Was will nicht gedeihen?
  • Was darf gehen? Welche Saat ist nicht aufgegangen?
dynamische Schattenfigur in Asana am Feuer zur Sommersonnwende

📥 Download: Deine ausführliche Sommersonnwende Ritual Anleitung


Auch in den Ashrams wird der Weltyogatag gefeiert. Weiteres zum Programm in Bad Meinberg findest du über den Link unten, bei den Ashrams im Westerwald, Allgäu und Nordsee auf Anfrage. Außerdem alle kommenden Veranstaltungen:

Die Autorin hu:

Vor mehr als 20 Jahren zwang mich eine schwere Krankheit dazu, meinen vorgedachten Pfad als Filmemacherin und Autorin zu verlassen und neue Wege zu finden und zu gehen. Diese Reise führte mich zu Heilern und spirituellen Lehrern, zu Hexen, Schamanen, ins Zen-Kloster und in die Einsiedelei. Durch meine Erfahrungen habe ich gelernt, dass wahres Verstehen und Erkennen nicht im Kopf stattfindet, sondern das ganze Wesen, das ganze Sein erfüllt. Seit September 2022 bin ich Sevaka bei Yoga Vidya. 🌻 hu

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